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Mobile Pflege Luetzeln

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Wer gilt als Pflegebedürftig?

Pflegebedürftig sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate bestehen. Welche Pflegegrade gibt es und wie werden diese ermittelt?

In den folgenden sechs Bereichen werden begründete Kriterien benannt:

  • Mobilität
    • Positionswechsel im Bett
    • Halten einer stabilen Sitzposition
    • Umsetzen
    • Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs
    • Treppensteigen
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
    • Personen erkennen
    • Orientierung zeitlich, örtlich
    • Gedächtnis
    • mehrschrittige Alltagshandlungen ausführen
    • Entscheidungen treffen
    • Sachverhalte und Informationen verstehen
    • Risiken und Gefahren erkennen
    • Mitteilung elementarer Bedürfnisse
    • Verstehen von Aufforderungen
    • Beteiligung an einem Gespräch
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
    • Motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten
    • Nächtliche Unruhe
    • Selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten
    • Beschädigen von Gegenständen
    • Physisch und/ oder verbales aggressives Verhalten gegenüber anderen Personen
    • Andere pflegerelevante vokale Auffälligkeiten
    • Wahnvorstellungen, Ängste
    • Antriebslosigkeit
    • Sozial inadäquate Verhaltensweisen
    • Sonstige pflegerelevante inadäquate Handlungen
  • Selbstversorgung
    • Waschen
    • Zahnpflege, Kämmen, Rasur
    • Duschen, Baden, Haarwäsche
    • An-, Auskleiden
    • Mundgerechte Nahrungszubereitung und Getränke Einschenken
    • Essen und Trinken
    • Toilettengang, Toilettenstuhlbenutzung
    • Bewältigung bei Harninkontinenz, Dauerkatheter, Urostoma
    • Bewältigung von Stuhlinkontinenz und Stoma Versorgung
    • Ernährung parenteral und über Sonde
  • Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen
    • Medikation, Injektionen
    • Versorgung bei Port
    • Absaugen und Sauerstoffgabe
    • Einreibung, Kälte-/Wärmeanwendung
    • Messung und Deutung von Körperzuständen
    • Körpernahe Hilfsmittel
    • Verbandswechsel
    • Versorgung mit Stoma
    • Einmalkatheterisierung, Abführmethoden
    • Therapiemaßnahmen in häuslicher Umgebung
    • Zeit-/technikinvasive Maßnahmen
    • Arztbesuche, Besuche med., Therapeutischer Einrichtungen
    • Einhaltung einer Diät, krankheits- oder therapiebedingter Verhaltensvorschriften
  • Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte
    • Gestaltung des Tagesablaufs und Anpassung an Veränderungen
    • Ruhen und Schlafen
    • Sich beschäftigen
    • Planungen
    • Interaktion in direktem Kontakt
    • Kontaktpflege außerhalb

Dabei wird der Grad der Selbstständigkeit gemessen und in Punktwerte eingeteilt. Den einzelnen Kriterien werden dann jeweils Punkte vergeben, anschließend nicht nur addiert, sondern sie erhalten auch unterschiedliche Gewichtungen, alles zusammen fließt dann in die Gesamtbewertung ein. Bei der Selbstversorgung — Modul 4 — liegt die Gewichtung z.B. bei 40%.

  • Außerhäusliche Aktivitäten und
  • Haushaltsführung werden zur Ermittlung des Pflegegrades nicht herangezogen und sind lediglich eine geeignete Informationsquelle für eine individuelle Pflege- und Hilfeplanung.

Skala zur Bewertung der Selbstständigkeit

Quelle: PDL Konkret Ambulant

Selbstständig: Punktwert 0

  • Der Pflegekunde kann die Aktivität in der Regel selbstständig durchführen
  • Möglicherweise ist die Durchführung erschwert oder verlangsamt oder nur unter Nutzung von Hilfsmitteln möglich
  • Entscheidend ist jedoch, dass die Person (noch) keine personelle Hilfe benötigt
  • Vorübergehende oder vereinzelt auftretende Beeinträchtigungen werden nicht berücksichtigt
  • Die Fähigkeit ist vorhanden

Überwiegend selbstständig: Punktwert 1

  • Der Pflegekunde kann den größten Teil der Aktivität selbstständig durchführen
  • Somit entsteht nur ein geringer oder mäßiger Aufwand für die Pflegeperson. Zumeist in Form von motivierenden Aufforderungen, Impulsgebung, Richten/Zurechtlegen von Gegenständen oder punktueller Übernahme von Teilhandlungen der Aktivität
  • Die Fähigkeit ist größtenteils vorhanden

Überwiegend unselbstständig: Punktwert 2

  • Der Pflegekunde kann die Aktivität nur zu einem geringen Anteil selbstständig durchführen
  • Es sind Ressourcen vorhanden, sodass er in der Lage ist, sich zu beteiligen
  • Dies setzt gegebenenfalls ständige Anleitung oder aufwendige Motivation auch während der Aktivität voraus
  • Teilschritte der Handlung müssen übernommen werden
  • Zurechtlegen und Richten von Gegenständen, Impulsgebung, wiederholte Aufforderungen oder punktuelle Unterstützung reichen nicht aus
  • Die Fähigkeit ist in geringem Maß vorhanden

Unselbstständig: Punktwert 3

  • Der Pflegekunde kann die Aktivität in der Regel nicht selbstständig durchführen bzw. steuern, auch nicht teilweise
  • Es sind kaum oder gar keine Ressourcen vorhanden
  • Motivation, Anleitung und ständige Beaufsichtigung reichen auf keinen Fall aus
  • Die Pflegeperson muss alle oder nahezu alle Teilhandlungen anstelle des Pflegekunden durchführen
  • Die Fähigkeit ist nicht vorhanden

Wie viel Gelder stehen als Pflegesachleistung zur Verfügung?

Pflegegrade monatliche Leistung
Grad 1 0€
Grad 2 689€
Grad 3 1298€
Grad 4 1612€
Grad 5 1995€

Wo stelle ich den Antrag auf einen Pflegegrad?

Der Antrag ist direkt an die Pflegekasse zu senden. Ein Pflegeantrag kann formlos erfolgen. Jede Mitteilung an die Pflegekasse mit dem Wunsch nach Leistungserbringung wird als Antrag auf die gesetzlich geregelten Pflegeleistungen gewertet. Dies kann auch telefonisch geschehen. Dann sendet die Pflegekassen ein Formular an den Antragsteller.

Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne bei der Antragsstellung.

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